Zu der künstlerischen Arbeit von Hans Christian Rüngeler (Text: Kai Hackemann)

Rüngelers Arbeiten sind unverwechselbar. Das liegt nicht an den Motiven seiner Aquarelle, Ölbilder und Holzschnitte, denn als ein Künstler, der sich vorwiegend mit Landschaft beschäftigt und hin und wieder einen Ausflug in die Stillebenmalerei unternimmt, bewegt er sich auf häufig begangenen Pfaden der künstlerischen Interpretation von Natur- und Dingwelt.
Die Komposition eines Bildes entsteht gleichermaßen aus einer intensiven Naturbeobachtung wie aus einem analytischen Bildverständnis. Sie ergibt sich aus dem Ausgleich zwischen Erlebnis und Reflektion. So wird das die Landschaften erfüllende Licht zum überlegt gesetzten Baustoff, zur dramaturgischen Leitidee, deren Regie sich die Dinge unterordnen. Gestützt von einem stabilen kompositorischen Gerüst werden die von tages - und jahreszeitlichem Kolorit geprägten Szenerien für Momente vom Zwang des sich Verändernmüssens befreit und zu statischen Formulierungen dessen, was niemals statisch ist.
Rüngelers Werk bewegt sich sicher auf schwierigem Gelände. Es führt auf halber Strecke zwischen der Wiedergabe sichtbarer Wirklichkeit und völliger Abstraktion hindurch. Seine Bilder zeichnet eine große kontemplative Ruhe aus. Sie wirken so, als habe der Maler für einen Moment die Zeit anhalten können, um aus atmosphärischen Labilitäten Skulpturen zu erschaffen. Es sind gleichermaßen persönliche wie universale Formulierungen. Er, der Künstler, ist Interpret einer unsentimentalen, aber sinnlichen Begegnung mit den veränderlichen Erscheinungen des Naturkreislaufes, ernst und voller Einfühlung.

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